Seifenduft wählen: Alles über ätherische Öle, Parfumöle und kosmetische Duftöle

Seife ist sinnlich. Es geht nicht nur um den Duft – obwohl der wichtig ist. Wenn du selbst gemachte Seife in die Hand nimmst, sprichst du mehrere Sinne an:

 

  • Den Duft: Der erste Eindruck: gleich schnuppern
  • Die Haptik: Wie sich die Seife in der Hand anfühlt – glatt, zart, fest 
  • Das Aussehen: Farben, Muster, Design
  • Das Gefühl beim Waschen: Wie die Seife auf der Haut sich anfühlt, wie sie riecht, wie gut sie reinigt und welches Hautgefühl sie hinterlässt

 

Das ist das Besondere an selbst gemachten Seifen: Du schaffst nicht nur ein Produkt, sondern ein Erlebnis. Und genau deswegen macht es so viel Spaß, sie selbst herzustellen – und sie zu verschenken. 

Table of Contents

Warum Naturseife so gut für die Haut ist

Meine Hochzeitsseife

Naturseife ist Kosmetik im besten Sinne. Im Gegensatz zu industrieller Seife oder Waschmitteln:

 

  • Naturseife bewahrt die Hautschutzbarriere: Sie reinigt, ohne die Haut auszutrocknen
  • Sie enthält Glycerin: Das entsteht bei der Verseifung und ist natürliche Hautpflege
  • Keine aggressiven Zusätze: Keine Sulfate, keine künstlichen Schaummittel
 

Und dann der Duft: Ein angenehmer Duft in deiner Seife – ob naturrein ätherisches Öl oder kosmetisches Duftöl – macht das Waschen zu einem Ritual. Der Duft beeinflusst deine Stimmung, entspannt dich oder belebt dich, je nachdem welchen Duft du wählst. Das ist keine Einbildung – das ist Aromawirkung auf psychologischer Ebene.

Aber: Seife OHNE Duft ist auch wunderbar – und wichtig für Allergiker

Nicht jeder kann oder will duftende Seife verwenden. Und das ist völlig okay – das ist ja das schöne am Selbermachen: Du kannst selber entscheiden was du deiner selbstgemachten Seife hinzufügst und was nicht.

 

Seife ohne Duft:

  • Ist perfekt für Allergiker und Menschen mit empfindlicher Haut – keine Duftstoffe, keine Allergene
  • Duftet trotzdem noch nach Seife – ein angenehmer, natürlicher Duft
  • Ist minimalistisch und pur – ganz im Trend der Slow Beauty Bewegung
  • Gibt dir volle Kreativität beim Design – Der Duft kann beeinflussen wie sich der Seifenleim (die noch flüssige Seife) verhält. Das kann deine Kreativität behindern wenn der Seifenleim schnell andickt. Probier ruhig mal einen neuen Seifenswirl (Muster in der Seife) aus wenn du keinen Duftstoff deiner Seife zusetzt, das macht es einfacher.

 

Du brauchst keinen Duft, um großartige selbst gemachte Seife zu machen. Aber wenn du möchtest – dann solltest du wissen, aus welcher Vielfalt du wählen kannst und dazu kommen wir jetzt!

Ätherische Öle (ÄÖ) vs. Kosmetische Duftöle (Parfumöle) – Der fundamentale Unterschied

Ätherische Öle

Wie entstehen sie?
Ätherische Öle werden durch Wasserdampfdestillation (z.B. Lavendel, Pfefferminz, Rose) oder Pressung (z.B. Zitrone, Orange, Grapefruit) aus Pflanzen gewonnen. Bei der Wasserdampfdestillation leitet man Dampf durch die Pflanzenteile (Blüten, Blätter, Holz), der die flüchtigen Öle mitreißt. Diese kondensieren dann – und fertig ist das ätherische Öl. Manche ätherischen Öle (besonders Zitrusöle) werden aber auch gepresst oder kaltgepresst aus der Schale. In beiden Fällen: 100% rein aus der Natur.

 

Für Kosmetik zugelassen?
Ja – aber nur spezifische ätherische Öle in der richtigen Qualität. Nicht alle ätherischen Öle sind automatisch kosmetiktauglich. Manche sind zu reizend, manche zu allergen. Du brauchst immer die Kennzeichnung „cosmetic grade“ oder „für Kosmetik geeignet“.

Kosmetische Duftöle

Wie entstehen sie?
Kosmetische Duftöle werden im Labor synthetisiert – oder als Rekonstruktion natürlicher Düfte hergestellt. Das heißt: Der Chemiker nimmt einzelne Duftkomponenten und kombiniert sie gezielt, um einen bestimmten Duft zu erreichen. So entsteht etwas, das in der Natur gar nicht (oder nur sehr schwer) zu gewinnen ist.

Andere Namen: Manche nennen kosmetische Duftöle auch „Parfumöle“ oder „Fragrance Oils“. Das ist das Gleiche – nur verschiedene Bezeichnungen.

 

Für Kosmetik zugelassen?
Ja – wenn sie als „cosmetic grade“ gekennzeichnet sind. Das ist wichtig! Nicht jedes Duftöl ist automatisch für Seife geeignet. Du brauchst immer die klare Kennzeichnung, dass es für Kosmetik freigegeben ist.

Kann ich nicht einfach mein alltägliches Parfum für die Seife verwenden?

Nein. Alltägliches Parfum besteht zu 80-95% aus Alkohol. In deinem Seifenleim würde dieser Alkohol mit der Lauge reagieren und zu unkontrolliertem Andicken führen. Außerdem verdampfen die Duftstoffe bei der Verseifung einfach – du hast am Ende kaum noch Duft in der Seife.

Deine Alternative: Suche dir einen ähnlichen Duft mit „cosmetic grade“ Kennzeichnung für Seife.

Was ist besser in Seife – Ätherische Öle oder Kosmetische Duftöle?

Die ehrliche Antwort: Das kommt darauf an, was du möchtest. Vielleicht hilft dir dieser Überblick bei der Entscheidung:

Ätherische Öle

  • 100% natürlich – direkt aus der Pflanze
  • Teuer, besonders Rosen-, Sandelholz-, Jasminöl
  • Klassische Düfte (Lavendel, Rose, Minze)
  • Können in der Seife verflüchtigen – Duft wird weniger
  • Enthalten natürlicherweise Allergene
  • Qualität variiert je nach Ernte und Jahreszeit
  • Können den Seifenleim schnell andicken lassen (z.B. Melisse) oder auch nicht (oft unkompliziert: Lavendel, Rosmarin, etc.)

Kosmetische Duftöle

  • Im Labor hergestellt – unendliche Duftmöglichkeiten (Vanille, Schokolade, Kaffee)
  • Oft günstiger als hochwertige ätherische Öle
  • Halten länger in der fertigen Seife
  • Können allergenarm oder hypoallergen hergestellt werden
  • Standardisiert – gleichbleibende Qualität
  • Können den Seifenleim schnell andicken lassen oder auch lange flüssig halten

WICHTIG: Nicht alle ätherischen Öle sind „naturrein"

Der große Marketing-Trick: „Ätherisches Öl“ sagt nichts über Qualität aus. Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen naturrein und naturidentisch.

 

100% naturrein bedeutet: Das Öl stammt zu 100% aus einer Pflanze, ist unverändert und enthält alle natürlichen Inhaltsstoffe (z.B. Lavendel hat über 150 Komponenten). Etiketten: „100% naturrein“, „genuin“, „authentisch“. Der Preis ist hoch – das ist normal.

Naturidentisch bedeutet: Das Öl ist synthetisch im Labor hergestellt, nicht aus Pflanzen gepresst. Es riecht ähnlich wie das natürliche Original, hat aber viel weniger Inhaltsstoffe (z.B. naturidentisches Rosmarinöl: 11 Komponenten statt 150). In der Seife funktioniert es wie ein kosmetisches Duftöl, nicht wie ein naturrein ätherisches Öl.

 

Ist Naturidentisch schlecht? Nein – eventuell hält der Duft sogar länger in Seife. Es ist einfach eine andere Kategorie – bewerte es als kosmetisches Duftöl. Das Problem: Viele Anbieter kennzeichnen es nicht klar. Schau auf Etiketten nach „naturidentisch“, „N/NI“ oder „synthetic fragrance“. 

Ich liebe Orangenblütenduft – das naturreine Orangenblütenöl (Neroli) ist mir aber für Seife zu teuer und zu kostbar, daher greife ich zur naturidentischen Alternative die ich liebe. Wichtig ist einfach, dass ich Bescheid weiß, dass es nicht 100 % natürlich ist und es nicht als solches ausgebe.

Sowohl ätherische Öle als auch kosmetische Duftöle können den Seifenleim schnell andicken lassen. Aus diesem Grund teste ich alle Duftstoffe für meine Seifenkurse. Schnell andickende Düfte sind nicht unbedingt schlecht – wenn wir Schichtseifen machen wollen, dann wollen wir, dass die untere Schicht schnell fest wird – dazu nutzen wir die „Kraft“ der andickenden Öle. Aber meistens wollen wir lange flüssig arbeiten, dazu habe ich eine Liste angefertigt mit Links zum Kauf der Düfte, die du hier erhältst. Eine Liste mit Empfehlungen zum Kauf von ätherischen Ölen findest du hier.

Vorsicht vor teuren ätherischen Öle

In meinen Seifenkursen passiert das regelmäßig: Eine Teilnehmerin bringt ihr eigenes ätherisches Öl mit und erzählt, wie rein diese Öle sind und, dass es keine anderen Öle gibt, die da mithalten können.

Es gibt Anbieter, die ätherische Öle über ein sogenanntes Multi-Level-Marketing-System (MLM) vertreiben – ähnlich wie die klassischen Tupperware-Partys. Bei diesen Unternehmen funktioniert der Verkauf über private Verkaufsrepräsentanten, die in „Aromarunden“ oder „Aromastammtischen“ die Öle anbieten.

Das Problem sind nicht die Öle selbst – die können durchaus gute Qualität haben. Das Problem sind die aggressiven Marketingversprechen, die gemacht werden. Typische Versprechen:

  • Die Öle seien besonders rein und nicht mit anderen Produkten vergleichbar
  • Man könne sie pur auf die Haut auftragen oder sogar einnehmen
  • Sie hätten therapeutische Wirkungen, die andere Öle nicht haben
  • Nur diese Öle seien „wirklich rein“
 

Die Wahrheit: Es gibt viele hochwertige ätherische Öle von regionalen (Bio)Anbietern, die genauso rein und gut sind wie teure MLM-Öle. Die Qualität eines ätherischen Öls hängt von Erntezeit, Lagerbedingungen und korrekter Lagerung ab – falls etwas zugesetzt wird, MUSS es deklariert werden. Der Unterschied liegt nicht in der Qualität – sondern im Vertriebssystem und den aggressiven Versprechungen.

Denk auch daran, dass du für 1 kg Gesamtfettmenge, also rd. 10 bis 15 Seifenstücke mindestens 30 ml / 30 g Duft benötigst. Das kann ganz schön teuer werden wenn du für jedes Fläschchen ätherisches Öl ein gesamtes Vertriebssystem mitfinanzieren musst. Es ist halt nicht notwendig. Ich stelle dir eine Liste mit ätherischen Ölen zusammen auch von Preis und Leistung (Haltbarkeit in der Seife) vernünftig sind. Liste folgt bald!

Allergene in Duftölen – Das musst du wissen, bevor du Seife machst

Sowohl ätherische Öle als auch kosmetische Duftöle können Allergene enthalten – Stoffe, die bei manchen Menschen allergische Reaktionen auslösen können.

 

Und hier kommt das Wichtigste: Ob ätherisches Öl oder kosmetisches Duftöl – beide müssen mit der Kennzeichnung „cosmetic grade“ oder „für Kosmetik/Seife geeignet“ gekennzeichnet sein. Das bedeutet, dass das Öl dermatologisch getestet wurde und sicher für die Verwendung in Kosmetikprodukten (und deine Seife ist ein Kosmetikprodukt!) zugelassen ist. Das ist nicht optional – das ist eine gesetzliche Anforderung und essentiell für deine Sicherheit und die deiner Kunden.

Ätherische Öle

Sie enthalten natürlicherweise bestimmte allergene Stoffe. Die häufigsten sind Limonen (in Zitrusölen wie Zitrone und Orange), Linalool (in Lavendel und Bergamotte) und Cinnamaldehyd (in Zimt und Nelke).

Es gibt keine allergenfreien ätherischen Öle – das ist chemisch unmöglich. Ätherische Öle haben unterschiedliche Allergen-Profile. Die EU schreibt vor, dass 26 bestimmte Duftstoffe auf dem Etikett deklariert werden müssen – wenn sie über einer bestimmten Konzentration vorhanden sind. Wenn du auf dem Etikett schaust und siehst, dass Limonen oder Linalool aufgeführt sind, weißt du genau, welche allergenen Stoffe enthalten sind.

Kosmetische Duftöle

Der Hersteller kann Allergene bewusst reduzieren oder weglassen – viele Duftöle sind speziell allergenarm oder hypoallergen formuliert. Aber nicht alle sind automatisch allergenarm. Schau immer auf die Deklaration!

Allergenfreie Duftöle: Es gibt Hersteller, die speziell formulierte Duftöle anbieten, bei denen die 26 häufigsten Allergen-Auslöser bewusst weggelassen wurden. Diese sind gekennzeichnet mit „hypoallergen“, „allergenarm“ oder „frei von den 26 Allergen-Stoffen“. Das ist eine großartige Option für sensible Haut!

Ob ätherisches Öl oder kosmetisches Duftöl – beide müssen mit der Kennzeichnung „cosmetic grade“ oder „für Kosmetik/Seife geeignet“ gekennzeichnet sein. Das bedeutet, dass das Öl dermatologisch getestet wurde und sicher für die Verwendung in Kosmetikprodukten (und deine Seife ist ein Kosmetikprodukt!) zugelassen ist. 

Allergene in Duftölen – Das solltest du wissen

  • Ätherische Öle enthalten IMMER natürliche Allergene
  • Es gibt keine allergenfreien, nur allergenarme ätherische Öle
  • Sowohl ätherische Öle als auch kosmetische Duftöle können allergische Reaktionen auslösen (individuelle Reaktionen sind unterschiedlich)
  • Kosmetische Duftöle können gezielt allergenarm formuliert werden

Hautreaktionen kannst du auf jeden Fall vermeiden indem du dich an die vorgeschriebene Obergrenze für die Verwendung von Duftstoffen in Seife hältst, dazu im Folgenden mehr.

Die EU-Regelung zu Duftmengen: Es gibt eine Obergrenze!

In meinen Seifenkursen waren zwei Teilnehmer mit arabischen Wurzeln aus dem Norden von Deutschland. Sie wollten extrem stark duftende Seife für Männer herstellen, bei der man eine Duftwolke hinter sich nachzieht. 

Die EU hat strenge Regelungen, wie viel Duft du maximal in ein Kosmetikprodukt (und deine Seife ist genau das!) hinzufügen darfst. Das nennt sich IFRA-Richtlinien (International Fragrance Association).

 

IFRA-Kategorien sind Produkttyp-Kategorien. Sie definieren, welcher Duft in welchem Produkt maximal verwendet werden darf. Die wichtigste für deine Seife ist die IFRA-Klasse 9: „Alle Kosmetika die abgespült werden“ (Seife, Gesichtsreiniger, Duschgel, Haarshampoo).

 

Das Wichtigste: Jeder Duftstoff hat je nach Produkttyp seine eigene maximale Einsatzkonzentration. Das heißt: Ein Duftöl, das du maximal zu 3% in Parfüm verwenden darfst, darfst du vielleicht zu 10% in deiner Seife verwenden – weil Seife abgespült wird und nicht auf der Haut bleibt.

 

Warum ist das wichtig? Weil nicht alle Düfte gleich sind. Ein aggressiver Duft (z.B. mit Aldehyden oder Zimtöl) hat eine niedrigere Obergrenze als ein sanfter Duft wie Lavendel. Beim Seifensieden kannst du ohne Bedenken 3 % vom ätherischen Öl oder vom kosmetischen Duftöl verwenden. Wichtig ist das nur, wenn man mehr verwenden möchte.

 

Praktisch für dich: Der Hersteller deines Duftöls sollte dir ein IFRA-Zertifikat mit der maximalen Einsatzkonzentration für Kategorie 9 (Seife) geben. Wenn du dieses nicht bekommst, frag nach oder wechsle den Anbieter. Das ist ein Zeichen von Qualität und Sicherheit – egal ob du hobbyweise oder gewerblich Seife machst. Ich empfehle dir in diesem Blogpost kosmetische Duftöle, bei denen du die IFRA Klasse von jedem Duft ablesen kannst.

Im Falle meiner beiden Teilnehmer aus Norddeutschland ist es wichtig einen bereits intensiven Duft zu wählen der in der Kategorie 9 der IFRA-Richtlinien auch eine hohe Obergrenze hat. Bei der handgesiedeten Naturseife wird es jedoch nie der Fall sein, dass man eine Duftwolke hinter sich nachzieht – falls man das überhaupt möchte.

Duftöle (und alles andere) in Gramm abwiegen – Sind ml präzise genug?

In manchen Seifenbüchern findest du Zutaten in Millilitern angegeben – vor allem Duftöle. Milliliter ist eine Volumeneinheit, Gramm ist eine Gewichtseinheit – und das kann je nach Menge einen großen Unterschied machen.

Jede Flüssigkeit hat eine unterschiedliche Dichte. Wasser wiegt 1 g pro ml – aber Duftöl wiegt nicht 1g pro ml. 30 ml eines Duftöls können zwischen 27 g und 31 g wiegen, je nachdem welcher Duft es ist. Sogar ätherische Öle haben unterschiedliche Dichten (z.B. Lavendelöl 0,905 g/ml).

Die IFRA-Richtlinien basieren auf Gewichtsangaben – nicht auf Volumen. Wenn du ml misst, weißt du nicht wirklich, wie viel Duft du deiner Seife maximal zufügen darfst.

Ich gebe alles in Gramm an. Alles. Öle, Lauge, Wasser, Duftöle, ätherische Öle, Zusätze – alles wird gewogen.

Aber im Kurs habe ich auch Messbecher in Milliliter für die Teilnehmer:innen und es ist genauso erlaubt in Milliliter abzuwiegen. 30 ml Duftöl wiegt maximal ca. 29 – 30 g – aber normalerweise eher 27 – 29 g, weil die Dichte von Duftölen unter 1 liegt. 

Das bedeutet, dass du auch nichts falsch machst, wenn du im Einzelfall die Duftmenge in Milliliter abwiegst statt in Gramm (weil du ja sowieso unter der Obergrenze bleibst). 

Praktischer Tipp: Der richtige Behälter zum Abwiegen von Düften

Wichtig: Sowohl ätherische Öle als auch kosmetische Duftöle können billige Kunststoffbehälter (wie Joghurtbecher) aufweichen und durchlösen. Der Duft rinnt über den Tisch – ich habe das in meinen Kursen schon mehrfach erlebt.

 

Die Lösung: Verwende einen Urinbecher (gibt es in der Apotheke). Er hält ätherischen Ölen und Duftölen stand, ist günstig und klein – perfekt zum Abwiegen. Bonus: Er ist graduiert, du kannst auch direkt in ml ablesen.

Fazit: Die wichtigsten Regeln bei der Verarbeitung

Die goldene Regel: Duft kommt spät in den Seifenleim, wird nur mit der Hand eingerührt – nicht püriert – und dann schnell gegossen. Punkt.

 

Aber das Wichtigste ist: Kenne deinen Duft. Teste ihn vorher, wisse, wie schnell er andickt, wie stark er riecht, ob er verfärbt. Mit diesem Wissen kannst du deine Designs danach ausrichten, nicht umgekehrt. Du kannst auch gerne auf meine Duft-Testungen zurückgreifen.

 

Praktische Entscheidungen: Magst du lange, flüssig arbeiten und Swirls machen? Dann nimm „brave“ Düfte, die langsam andicken. Magst du dunkle Seifen? Dann nutze Duftöle, die verfärben – das sieht authentisch aus, nicht wie ein Fehler. Soll deine Seife lange riechen? Dann wähle kosmetische Duftöle statt ätherische Öle (die flüchtiger sind). Möchtest du auf 100% Natürlichkeit setzen? Dann verwende naturreine ätherische Öle – aber wisse, dass sie unvorhersehbar sein können.

 

Das ist keine Regel, sondern Kreativität: Jeder Duft ist anders. Je mehr du weißt, wie deine Düfte sich verhalten, desto besser werden deine Seifen. Und dein Notizbuch – in dem du aufschreibst, was du verwendest und wie es sich verhält – ist dein kostbarstes Werkzeug. Das ist professionelles Wissen.

FAQs

Häufig gestellte Fragen

Hast du weitere Fragen?

Schreibe mir doch einfach eine E-Mail (diane@seifenimglueck.com) oder hinterlasse unten stehend einen Kommentar, ich freue mich darüber!

Kurz: Nein. Alltägliches Parfum besteht zu 80-95% aus Alkohol. In deinem Seifenleim würde dieser Alkohol mit der Lauge reagieren und zu unkontrolliertem Andicken führen. Außerdem verdampfen die Duftstoffe bei der Verseifung einfach – du hast am Ende kaum noch Duft in der Seife.

Deine Alternative: Ähnlich riechende kosmetische Duftöle mit „cosmetic grade“ Kennzeichnung für Seife.

Kurz: Chemie. Manche Duftstoffe sind chemisch aktiv und beschleunigen die Verseifung. Das ist nicht unbedingt schlecht – es ist einfach die Realität. Du musst deine Kreativität einfach nach dem Duft richten. Ich habe kosmetische Duftöle getestet und kann dir welche empfehlen die lange flüssig bleiben.

Ja, muss aber nicht schlecht sein. Manche Duftöle (besonders Vanille, Zimt) verfärben den Seifenleim zu Beige/Braun. Das ist Chemie und kann kreativ genutzt werden – oder mit cleveren Designs integriert werden. Eine braune Seife mit Vanille-Duft sieht authentisch aus! Du kannst Düfte mit Verfärbungen auch einfach für Kaffeeseife verwenden. Hier kommst du zur Liste die dir Auskunft darüber gibt, wie sich die Düfte bei unserem letzten Test verhalten haben.

Großer Unterschied. „Ätherisches Öl“ ist eine Kategorie. „100% naturrein“ ist ein Qualitätsmerkmal, das bedeutet: 100% aus einer Pflanze, nicht verändert, alle natürlichen Inhaltsstoffe. Nicht alle ätherischen Öle sind 100% naturrein – manche sind Mischungen oder naturidentisch (synthetisch)! Ich habe dies im obigen Blogpost sehr ausführlich beschrieben.

Es kommt drauf an. Naturreine ätherische Öle verfliegen oft schneller (einige Wochen bis Monate). Kosmetische Duftöle halten oft länger (mehrere Monate bis Jahre). Lagerung ist wichtig: kühl, dunkel, trocken – das verlängert die Dufthalbarkeit. Ich habe kosmetische Duftöle getestet und dir auch vermerkt wie intensiv der Duft in der Seife angekommen ist.

Ja, aber mit Vorsicht. Ich persönlich mache das selten. Ich füge maximal einen Zitrusduft einem Duft hinzu, das richt meistens gut. Ansonsten könnten auch ganz komische Mischungen herauskommen wenn man zwei gut riechende Düfte (auch ätherische öle mit kosmetischen Duftölen) miteinander mischt. 

Nicht automatisch. Teure naturreine ätherische Öle sind wertvoll wegen ihrer Natürlichkeit und Komplexität. Aber für manche Seifen-Projekte funktionieren günstigere kosmetische Duftöle genauso gut – oder besser! Die beste Wahl hängt von DEINEM Projekt ab, nicht vom Preis.

Ja. Beide müssen „cosmetic grade“ sein, aber die Testkriterien sind unterschiedlich, weil sie anders wirken. Wichtig: Schau immer auf die spezifische Kennzeichnung DEINES Öls – nicht alle „cosmetic grade“ Öle sind für Seife geeignet!

Am besten nach Zugabe des Duftes nicht mehr pürieren sondern nur von Hand rühren. Ruhig bleiben und die Technik flexibel anpassen – ein In-The-Pot-Swirl sieht oft noch hervorragend aus, auch wenn der Seifenleim dickflüssiger gegossen wurde.

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Seifensieden lernen mit Diane Schmid

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Das ist nicht dein Rezept, nicht deine Verarbeitung. Das ist einfach – wie ätherische Öle in Seifen funktionieren. Sie sind flüchtiger und empfindlicher als kosmetische Duftöle.

Aber: Wenn du verstehst, wie ätherische Öle wirklich funktionieren, wirst du strategisch vorgehen – nicht hoffnungsvoll experimentieren. Du weißt dann, welche Öle flüchtige Düfte fixieren, wie du dosierst und kombinierst, damit dein Duft wirklich hält.

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Und dann bist du aus dem Albtraum aufgewacht und bist drauf gekommen: Nach diesem Blogpost hast du nur noch getestete kosmetischen Duftöle verwendet. Dir passiert so etwas gar nicht mehr.

Nun weißt du über deine kosmetischen Duftöle bescheid und du du der Boss – nicht dein Seifenleim.

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